Entdecke die Serie

”Im Stand verwurzelt”

Ich erinnere mich an Spaziergänge durch stille Waldstücke, an Orte, an denen die Zeit für einen Moment den Atem anhielt…

Manche dieser Bäume habe ich immer wieder besucht – als Kind, später als Erwachsene.
Sie standen da, wie sie es immer getan hatten: fest, aufrecht, still. Und doch war in ihnen eine Bewegung, ein Widerstand gegen Wind, Wetter, Trockenheit. Manchmal schienen sie verwundet, ausgedünnt, vom Leben gezeichnet. Und doch waren sie da.

Diese Serie erzählt vom Wachsen trotz allem. Von der Kraft, die sich nicht laut zeigt. Und von der Schönheit, die im Unperfekten liegt.
Jeder dieser Bäume erinnert daran, dass wir oft nicht sehen, wie tief etwas wirklich reicht. Dass Wurzeln unsichtbar bleiben – und dennoch alles tragen.

So entstand die Idee:

An einem dieser frühen Abende, an denen das Licht flach über die Felder zieht, blieb ich vor einer Baumgruppe stehen. Der Wind bewegte kaum die Zweige, und doch lag eine Spannung in der Luft – als würde der Moment etwas festhalten wollen. Ich sah die Spuren der Zeit an den Stämmen, das dünner gewordene Geäst, das trockene Gras zu ihren Füßen. Und dennoch wirkten sie kraftvoll. Nicht, weil sie makellos waren, sondern weil sie geblieben waren.

In diesem Augenblick wusste ich: Ich will genau das festhalten. Nicht die Idylle, sondern das stille Dasein. Das Verwurzeltsein, das nicht nach außen drängt. Die leise Beharrlichkeit, mit der diese Bäume ihren Platz behaupten – gegen den Himmel, gegen die Jahreszeiten, gegen die Zeit.

Manchmal ist das Bedrohliche nur das Unvertraute im Schönen.

Die aufragenden Bäume zeichnen sich klar und einsam vor einem dunklen Nachthimmel ab. Ihre Silhouetten wirken wie stille Wächter in einer unbewegten Landschaft. Der Kontrast zwischen der kühlen Tiefe des Himmels und den warm glühenden Farbtönen am Boden erzeugt ein geheimnisvolles Leuchten – schön, aber auch fremd.
Gerade diese Fremdheit ist es, die uns innehalten lässt. Denn was wir nicht einordnen können, empfinden wir oft als bedrohlich. Doch vielleicht ist es nur das Unvertraute im Schönen, das uns verunsichert – nicht die Stille selbst, nicht die Einsamkeit, sondern ihre ungewohnte Klarheit.
Diese Szene zeigt nicht nur Isolation, sondern auch Würde. Ein stilles Bild, das uns einlädt, hinter die erste Reaktion zu schauen – und das Schöne in seiner ganzen Tiefe zuzulassen.

Aufstrebende Baumgruppe, Acryl auf Leinwand, 30 x 50 cm

 

Auch ohne Blätter erzählen sie vom Leben.

Trotz des Fehlens von Blättern liegt in den Bäumen ein Ausdruck von Leben – nicht in der Fülle, sondern im Durchhalten. Ihre aufrechte Haltung, das Spiel der Farben zwischen Boden und Geäst. Sie erzählen von einem Leben, das sich nicht in Blüte zeigt, sondern im Standhalten.

Aufstrebend, Acryl auf Leinwand, 30 x 50 cm

Manchmal sehen wir uns klarer im Wasser als im Spiegel.

Zwischen den tiefen Spuren im Boden haben sich Pfützen gesammelt – still, klar und durchlässig. In ihnen spiegelt sich der Himmel, als wäre er Teil des Weges. Während der Spiegel oft nur die Oberfläche zeigt, offenbart dieses Bild einen anderen Blick: einen, der nach innen führt. Vielleicht braucht es genau diese unerwarteten Orte, um uns selbst zu begegnen.

Spiegelung, Acryl auf Leinwand, 40 x 50 cm

Auch das Feste kann sanft wirken.

Zwischen den moosüberzogenen Steinen führt ein kaum sichtbarer Pfad durch den Wald. Der Blick verliert sich in der Tiefe, wo das Licht zwischen den Stämmen tanzt. Die massiven Felsen wirken schwer und unbeweglich – und doch strahlt die Szene eine unerwartete Leichtigkeit aus.
Es ist diese Gegensätzlichkeit, die das Bild trägt: Schwere, die nicht drückt. Fülle, die nicht laut ist. Der Wald scheint zu schweigen, doch in seinem Schweigen liegt etwas Tröstliches.
Vielleicht zeigt sich Sanftheit nicht in der Abwesenheit von Gewicht – sondern darin, wie es getragen wird.

Am Wasser II, Acryl auf Leinwand, 40 x 50 cm

Wenn nichts bleibt, bleibt das, was wurzelt.

Freistehende Baumgruppe, Acryl auf Leinwand, 30 x 40 cm