Zwischen Planung und spontaner Begeisterung: Wie Ideen zu Bildern werden

Oft werde ich gefragt: Wie entsteht eigentlich so ein Bild?
Ist das alles genau geplant oder passiert das einfach?
Und die ehrliche Antwort ist: Es ist beides.

Zwei Wege, wie ein Bild beginnt

Manchmal ist es ein ganz spontaner Impuls.
Ich bin draußen unterwegs, beim Spazierengehen, Wandern, oder ich entdecke irgendwo eine besondere Lichtstimmung und plötzlich ist da dieser Moment: Ich muss das festhalten. Ich mache ein Foto, notiere mir Farben oder Eindrücke und oft kann ich es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und sofort loszulegen.
Es gibt Nächte, in denen ich dann tatsächlich bis tief in die Nacht male, weil ich dieses Motiv nicht mehr loslassen kann. Das ist dieser Funke, der manchmal einfach überspringt.

Und dann gibt es die andere Seite:
Besonders wenn ich an einer Serie arbeite, gehe ich viel planvoller vor. Ich sammle Ideen, recherchiere Motive, halte Farbkombinationen fest, überlege, welche Stimmung und Aussage die Werke haben sollen. Schritt für Schritt entwickelt sich daraus eine Serie, in der die Bilder miteinander verbunden sind, über Farben, Themen oder Formate.

Aber ganz so trennscharf ist das nicht.
Oft vermischt sich beides:
Ich plane eine Serie und dann stolpere ich unterwegs über ein Motiv, das mich so sehr begeistert, dass ich es sofort umsetzen muss. Manchmal entsteht dann ein Bild, das eigentlich gar nicht perfekt in die Serie passt, aber genau dadurch besonders wird.
Es gibt auch Werke, die erst nachträglich zu einer Serie wachsen, wenn ich merke, dass mich ein Thema oder eine Farbstimmung weiter beschäftigt.

Emotionen als Teil des Prozesses

Etwas, das ich selbst erst mit der Zeit wirklich verstanden habe:
Meine Stimmung fließt immer in meine Bilder ein.
Oft merke ich das beim Malen gar nicht so bewusst, aber wenn ich später die Werke betrachte, sehe ich es ganz deutlich:
War es ein lichtdurchfluteter, hoffnungsvoller Moment? Oder war da eher eine Schwere, ein Bedürfnis nach Ruhe?
Manchmal beeinflusst das schon die Wahl des Motivs. Manchmal zeigt es sich erst in den Farben und Stimmungen, die beim Malen entstehen.

Denn auch wenn ich einen Plan habe, während des Malens reagiere ich immer auf das, was gerade auf der Leinwand passiert.
Farben verändern sich, Verläufe entstehen, Stimmungen kippen.
Am Anfang gehe ich oft sehr strategisch vor. Die Komposition steht, die Farbpalette ist überlegt, aber irgendwann übernimmt das Intuitive.
Dann geht es nicht mehr um Kontrolle, sondern um das Gefühl, den Moment, das Reagieren.

Wenn Begeisterung fehlt, wird es schwer

Was mir am Malen besonders wichtig ist und, was manchmal auch herausfordernd sein kann, ist die Begeisterung für das Motiv.
Ich weiß, wie ich plane, wie ich technisch ein gutes Bild umsetze.
Aber ohne diese Faszination, ohne diesen Funken, fällt es mit manchmal trotzdem schwer.
Es gab Zeiten, da habe ich das selbst gemerkt, wenn der Alltag zu voll war, wenn ich nur noch funktioniert habe und den Zugang zu meinen Emotionen verloren habe. Dann fällt es mir schwer, diese Begeisterung für die Natur und für Motive überhaupt zu spüren.

Genau das ist vielleicht auch ein Kern meiner Kunst:
Diese kindliche Faszination für die Welt nicht zu verlieren.
Sie festzuhalten in Momenten, in Farben, in Landschaften.

Zurück
Zurück

Materialien & Pflege – Qualität, die bleibt

Weiter
Weiter

Wie entsteht ein Bild – Schritt für Schritt?